Bitte nicht öffnen by Charlotte Habersack

Bitte nicht öffnen by Charlotte Habersack

Autor:Charlotte Habersack
Die sprache: deu
Format: epub
Herausgeber: Carlsen Verlag
veröffentlicht: 2016-06-28T00:00:00+00:00


„Übernachten? Bei Nemo?“ Freds Vater stand in der Tür zu seiner Wohnung und machte ein Gesicht, als würde Fred Weihnachten absagen.

Fred nickte, aber er hatte ein ungutes Gefühl. Sein Vater trug bereits die Weste mit den vielen Taschen und seine Outdoorhose. Am Gürtel steckten ein Taschenmesser und ein Ortungsgerät.

„Aber doch nicht heute, Richie!“ Sein Vater zog eine Schnute. „An unserem Abend! Ich hab schon alles eingepackt!“

Er deutete in den Flur, wo ein Haufen Sachen lagen. Ein Gaskocher, zwei Isomatten und Schlafsäcke, eine Frisbeescheibe, ein Paar Federballschläger, ein Klappspaten und eine Kiste Proviant. „Wir wollten doch raus in die Natur.“

„Ja, aber …“ Fred runzelte die Stirn. „Bei dem Wetter?“

„Na und? Du hörst dich schon an wie deine Mutter! Die macht sich auch immer viel zu viele Sorgen. Umso wichtiger, dass du mit deinem Vater richtige Abenteuer erlebst!“ Freds Vater lachte verächtlich. „Ich wollte ja zuerst rüber nach Dickstein oder Bad Birnbach, wo schönes Wetter ist. Aber dann hatte ich eine viel bessere Idee: Wir fahren in den Boringer Forst und bauen ein Iglu! So ein bisschen Schneefall macht doch uns Männern nichts aus!“

Fred starrte ihn an. Auch wenn er keine große Lust hatte, in ein Spielzeuggeschäft einzusteigen – er hatte ganz sicher noch weniger Lust, bei Minusgraden in einem Iglu zu übernachten!

„Na komm, das wird toll!“ Aufmunternd knuffte sein Vater ihn in die Seite.

Fred verkniff sich ein „Autsch“. Das gab sicher wieder einen blauen Fleck!

„Aber ich brauche Fred!“, mischte Nemo sich ein. „Er muss mir helfen!“ Seine Stimme klang trotzig.

„Bei was?“

„Einem Referat“, antwortete Fred schwach.

„Das könnt ihr doch auch morgen machen. Da muss ich sowieso wieder hier sein. Frau Dr. Spargel hat mich zum Schneeräumen eingeteilt.“

Fred senkte den Kopf. Er schämte sich, Nemo ausgerechnet jetzt allein zu lassen.

„Hey, Großer.“ Sein Vater schlug einen versöhnlichen Ton an. „Ich hab mich schon so auf den Abend mit dir gefreut!“ Er wandte sich ab und begann, das Gepäck nach draußen zu schaffen. Die Diskussion schien für ihn beendet.

„Tut mir leid“, murmelte Fred.

„Mir auch“, entgegnete Nemo.

„Meinst du, du kommst allein zurecht?“

„Na klar! Oda ist ja auch noch da“, beteuerte Nemo. Dabei jagte ihm genau das am allermeisten Angst ein. Allein mit einem Yeti, das ging ja noch. Aber allein mit einem Mädchen – das war echt schräg!

„Na dann, mach’s gut!“ Fred lächelte entschuldigend.

„Du auch!“ Nemo wandte sich zum Gehen. „Und frier nicht fest.“

„Warte!“ Fred hielt ihn auf. „Nimm wenigstens die mit.“ Er holte die Federballschläger und drückte sie Nemo in die Hand. „Die brauchen wir ja wohl nicht.“



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